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Dienstag, Dezember 25, 2007

Chaos im Druckerdschungel

Will ich einen ganz bestimmten Drucker kaufen, ist die Sache einfach - das Modell wird in eine Preissuchmaschine eingegeben und der günstigste Anbieter ausgewählt. Wie sieht die Sache jedoch aus, wenn nur der Hersteller feststeht - hier Hewlett Packard -, die aktuellen Modelle aber unbekannt sind?

Ich war in dieser Situation und brauchte gut drei Stunden, bis ich das Kernangebot mit dem jeweiligen Tintenpatroneninhalt vor mir liegen hatte. Ein falscher Ansatz war, über Computerbild-Online ein Modell aussuchen zu wollen - die dort gelisteten sind zum großen Teil nicht mehr auf dem Markt. Ebenso sinnlos ist es, die auf einer älteren Verpackung einer großen 42ml HP-Druckerpatrone Nr.45 gelisteten Modelle zu froogeln - die gab's alle nicht mehr. Auch nicht gangbar war mein Versuch, die größeren gängigen Tintenpatroneninhalte wie beispielsweise 42ml zu googeln, um an die dazu passenden Drucker zu kommen. Und völlig unmöglich ist es, über die Hewlett Packard Homepage an diese Daten zu kommen - dort bietet man zwar einen Konfigurator, der jedoch eine Listung der Modelle mit Tankinhalten nicht zulässt.

Wie geht es dann? Ich fand letztlich einen Weg, um an die relevanten Daten zu kommen: Über eine Preissuchmaschinen-Suche nach allen neu verkäuflichen HP-Deskjet Druckern. Und staunte, dass der jeweils günstigste Anbieter bei Sortierung nach Preis erst auf der zweiten Seite unten erschien. Denn die im Computerbild-Vergleichstest ach so hochgelobte Preissuchmaschine Idealo.de listet zuallererst diverse Anbieter, die eine Vorauszahlung von etwa zehn Euro verlangen, welche jedoch dem gelisteten und hervorgehobenen "günstigsten Preis" hinzugerechnet werden muss. Dazu kommen noch weitere versteckte Kosten - beispielsweise horrende Versandkosten -, so dass mich letztlich der Versand via Amazon.de unterm Strich am billigsten kam. Deren Vorteile:
  • Verzicht auf Versandkosten (kostenlose Lieferung)
  • Verzicht auf eine Vorauszahlung
  • keine Nachnahmegebühren im zweistelligen Bereich, weil der Geschäftspartner vertraut ist und eine Rechnung schickt
So weit, so gut, könnte man meinen. Aber suchen Sie hiernach einmal nach der von einigen Shops beworbenen optional lieferbaren größeren 'XL' Druckerpatrone für den HP Deskjet D4260 (mit 25ml Inhalt). Amazon, sonst immer gut in der Nennung passender Ergänzungsartikel, bot auf der Beschreibungsseite des Druckers nur einen Werbelink zu Hewlett Packard. HP nennt überhaupt keine Inhaltsmengen der Druckerpatronen - wenigstens fand ich diese Angaben nicht. Nicht einmal in deren Shop werden diese genannt. Amazon listete selbst über deren Suchfunktion keine zum ausgesuchten Drucker passenden Patronen. Die fand ich erst über die Preissuchmaschine - doch dann letztlich bei Amazon!

Das ist chaotisch. Und verbesserungswürdig. Und verbesserungsfähig. Allerdings versuchen die Hersteller bei Füllmengen in Tintenpatronen bewusst zu tricksen und zu täuschen, weil sie erst an der Tinte richtig verdienen. So hat der günstigste in meine Wahl gezogene HP Deskjet D2460 eine gerade mal 5ml kleine Tintenpatrone und kostet derzeit als günstigstes Angebot EUR 33,-. Der mittelpreisige HP Deskjet D4260 hat in der Auslieferung ebenfalls nur 5ml drin, kann später jedoch mit 25ml 'XL'-Patronen nachgerüstet werden. Das teuerste Modell HP Deskjet 1280 kostet etwa EUR 280,- und fasst 42ml-Druckerpatronen (jeweils für Schwarzdruck).

Was lehrt uns das? Manchmal ist der Weg zu einen guten Händler doch kein Umweg und einfacher als die Online-Recherche. Zum Kauf meines im letzten Jahrtausend gekauften Druckers HP Deskjet 710 ging ich zu Mac Paper - wegen eines Angebots. Und wurde in Hinblick auf Füllmengen und Druckerpatronenkosten erstklassig beraten. Und kaufte das etwas teurere Modell, das auch nach vielen Jahren harten Einsatzes einfach nicht kaputtgehen will und im Unterhalt bezahlbar ist. Obwohl Drucker nicht zum Kernsegment bei Mc Paper zählen, wurde ich gut beraten. Das kann einem natürlich in jeden Geschäft passieren, wenn man an den richtigen Verkäufer/in kommt.

Warum ich überhaupt HP erwählte? Weil HP-Drucker meines Wissens noch keine Elektronik haben, die entscheidet, wann eine Tintenpatrone ad definitione als leer anzusehen ist - und das Ding stilllegt. Weil HP-Drucker auch nicht nach einer bestimmten Betriebszeit über die Elektronik für 'Defekt' erklärt werden. Weil wenigstens die bei mir und im Bekanntenkreis laufenden HP-Drucker keine Sollbruchstellen in den Kunststoff-Zahnrädern zu haben scheinen - wie es jedoch bei der Konkurrenz zum Teil Standard ist...

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