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Montag, Februar 04, 2008

'Autobild'-Autobörse ohne Autos?

Wer online nach einem neuen oder gebrauchten Fahrzeug sucht, hat es gut. Drei bekannte Autobörsen stehen zur Auswahl, doch mit sehr unterschiedlichen Qualitäten. Da wäre erst einmal autobild.de zu nennen mit deren Vorsprung an Bekanntheit durch die Eigenwerbung in der erfolgreichen "BILD"-Zeitungsschwester "Autobild". Prahlerisch wird seit jeher von "mehr als 750.000 Inseraten" gesprochen - doch gesehen hat die wohl kaum jemand. Denn sucht man beispielsweise für sich oder den Nachwuchs nach dem Bestseller Golf-Diesel ab 1992 - immerhin bis zu sechzehn Jahre alt - bis 2000 Euro, findet sich im Umkreis von 100 Kilometern ausgehend beispielsweise vom Hamburger Stadtgebiet kein einziger Treffer. Es nützt auch nicht, wie vom System vorgeschlagen, den Wunsch nach ABS herauszunehmen - wo nichts ist, kann nichts angezeigt werden. Wird die Umkreissuche deaktiviert, kommen ganze fünf bundesweite Ergebnisse. Man kann jedoch in der Übersicht nicht erkennen, wo das Angebot zu haben ist - das nervt. Und Suche und Seitenaufbau dauern vergleichsweise lange.

Ganz anders die Antwort auf dieselbe Suchanfrage bei mobile.de - hier finden sich auf Anhieb einige Fahrzeuge im Umkreis. Die Suchmaske arbeitet schnell, erlaubt detailliertere Angaben und gefällt daher - beispielsweise kann nach drei verschiedenen Fahrzeugen gleichzeitig gesucht und die Anzahl der gewünschten Türen vorgegeben werden. Bundesweit fanden sich hierüber vierzig Fahrzeuge. Für jede Änderung in der Suchmaske wird die Anzahl der nun auffindbaren Fahrzeuge gelistet. Das ist erstklassig. Und die dynamisch angezeigten mehr als eine Million Fahrzeuge in der Datenbank sind glaubwürdig.

autoscout24.de listete auf die gleiche Abfrage zwar nur 17 Fahrzeuge bundesweit und drei in der Region, doch liegt das Preisniveau hier deutlich niedriger als bei mobile.de und autobild.de - wenn letztere dann einmal was anzeigt. Daher ist autoscout24.de ein muss für Suchende.

Wenn man googelt, finden sich noch unzählige weitere Anbieter, von denen allerdings viele - auf dem ersten Blick nicht erkennbar - auf mobile.de u.a. zurückgreifen. Es sind also diverse Schein-Dienste im Netz. Und was ist mit den Online-Ausgaben lokaler Zeitungen? Das Hamburger Abendblatt listete einen Unfallwagen in München, quoka.de - das Online-Pendant zu Annoncen Avis - ebenfalls nur ein Modell. Eine vergleichbare Detailsuche bietet Letzteres gar nicht, dafür gibt es Darstellungsprobleme umsonst.

Aufpassen muss man vor Betrugs-Angeboten unter den Gebrauchten. Immer dann, wenn ein beliebtes Modell in Super-Ausstattung unglaublich günstig angeboten wird und eine Festnetz-Telefonnummer fehlt, müssen alle Alarmglocken läuten. Mobile.de hat - wieder vorbildlich - ein simples, aber effektives Meldesystem integriert. Hierüber lässt sich ein Verdacht per Mausklick äußern. Die Sperrung erfolgt sehr schnell. Autocout24.de bietet Gleiches, nur autobild.de macht es umständlicher: Dort gibt es für derartige Annoncen nur den Auswahlpunkt 'Betrugsverdacht (Abwicklung über Western Union/ Treuhandservice)', der jedoch bei einem derartigen Anfangsverdacht unpassend ist und zu weiteren manuellen Angaben zwingt.

Summa Summarum wird der Bild-Spross seiner Herkunft gerecht. Doch mobile.de und autoscout24.de machen vor, wie es geht.

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